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Schule Bethleem
Ausbildungszentrum

 

Tokan, Benin

"Ausbildung statt Armut"

Im Dorf Tokan, 40 km von der Hauptstadt Cotonou entfernt, gab es 1999 noch keine Schule. Kinder mussten weite Schulwege, teilweise über 5 und mehr Kilometer zurücklegen.

Mit viel Eigeninitiative ist es dem Lehrer Noel Dassou in Zusammenarbeit mit dem Verein ALODO („ Eine Chance für die Dorfkinder in Benin e.V.") und mit finanzieller Unterstützung des Ratsgymnasiums Bielefeld und des Bürgerkomitees Steinhagen gelungen, einen Kindergarten, eine Grundschule mit 6 Klassenräumen und eine Sekundarstufe I mit 4 Räumen zu errichten, in der über 500 Kinder von 18 Lehrern unterrichtet werden. Begabte Kinder besuchen nach dem 9. Schuljahr das Gymnasium (Sek. 2) in Cotonou. Ärmere Kinder erhalten Unterstützung durch die Schule und durch Patenschaften.

Um nach der Schulzeit die Jugendlichen aufzufangen und ihnen eine Chance zu eröffnen, einen Beruf zu erlernen, wurde die Schule zu einem Ausbildungszentrum erweitert.
Das Bürgerkomitee Steinhagen hat Werkräume, Schulbänke und -tische sowie 2 Doppelstockbetten  für das angeschlossene Internat finanziert.

Der Wunsch der Eltern nach einer angegliederten Sekundarstufe II und die Urbanisierung des Ortes machen einen Neubau von Klassenräumen und eine Verlagerung der Werkstätten notwendig.

Die Kontakte zu Noel Dassou und den Paten sowie innerhalb des Netzwerkes pflegt Heike Kunter für das Bürgerkomitee in Steinhagen. Heinz Damis pausiert derzeit.

Ein Informationsblatt zu diesem Projekt können Sie sich gern hier ausdrucken.

Schulen in Benin orientieren sich an den französischen Vorbildern. Kindergärten sind den Grundschulen angegliedert. In der École Bethléem liegt er eingebettet in den Schulhof. Die lieben Kleinen warteten schon ungeduldig auf unsere Ankunft und das Ende der Begrüßungszeremonie, denn Noel hatte Luftballons angekündigt. Luftballons sind eine ganz große Freude für die Kinder in Afrika. Man sagt: ein Luftballon macht zwanzig Kinder froh! Und dann gab es auch noch Gummibärchen - einfach toll!

Der Kindergarten inmitten des Schulhofes

Herzlich willkommen

und sehnlichst erwartet - zumindest die Luftballons!

natürlich gibt es ein Begrüßungslied mit viel Klatschen, Tanzen und Stampfen

und dann endlich: Luftballons und Gummibärchen

was zuerst?

Die Luftballons müssen mit rutschen!
Inmitten einer schnell wachsenden Siedlung aus Wellblech- und Steinhütten liegt das große und gepflegte Schulareal an einer der üblichen schmalen, sandigen Überlandstraßen. An zwei Giebelseiten prangt das Bild von Kindern, die zum Weihnachtsmann, dem "NOEL" eilen.

Tatsächlich ist ein Schulbesuch bei Noel Dassou für die Kinder wie ein großes Geschenk, denn das Niveau dieser privaten Schule liegt weit über dem einer öffentlichen Schule. Die Lehrkräfte werden regelmäßig bezahlt und sind auch deshalb sehr motiviert.

Die Gemeinde-Bürgerkomitees von Steinhagen und Woerden haben zwei Klassenräume finanziert.


Wandschmuck


fröhlicher Empfang mit Gesang der Grundschulkinder


Noel stellt uns gegenseitig vor


Die YOVOS werden bestaunt.
Yovo "Weiße"war ursprünglich ein Schimpfwort; heute ist es ein Ausdruck des Staunens und auch Freude, denn hellhäutige Menschen sind selten. Außerdem bringen sie meist etwas für die Kinder mit. 


Der Schulhof   


Kreissparkasse Halle, Volksbank Gütersloh, Haller Kreisblatt, Westfalenblatt, SPD, CDU und Hauptsache Meise haben uns mit vielen tollen Geschenken für die Kinder versorgt. Danke an alle Spender!


Mittagessen im Internat
die anderen Kinder gehen nach Hause


oder suchen eine ruhige Ecke auf dem Schulhof.
Vielleicht bekommt er zuhause aber  kein Essen und kann sich auch hier keines kaufen? Leider konnte ich ihn nicht fragen.


Gang vor den Schulräumen


Die Luftballons reichen auch für die Grundschüler. Diese sitzen zu dritt in einer Bank vor ihren Papptafeln.


Mathematikunterricht
es sind 63 Schüler in der Klasse und alle sind heute anwesend.


Während die Jungen meist geschorene Köpfe haben, tragen die Mädchen lustige Frisuren mit buntem Kopfschmuck.

Die Sekundarstufe umfasst die Jahrgänge 7 - 10 und ergänzt die 6jährige Schulpflicht.
Ein Schuljahr ist in drei Abschnitte (Terms) aufgeteilt. Prüfungen gibt es zum Ende eines jeden Monats, jeden Terms und zum Schuljahresende.


In den oberen Klassen unterrichtet Noel Deutsch als Fremdsprache.


Auch dieses Mädchen möchte später gern einmal Deutschland besuchen und lernt fleißig dafür.


Die gelben T-Shirts sind für den Sportunterricht.
Die Namen auf den Bänken erinnern an Spender aus Steinhagen


Die Schulkleidung der Großen besteht aus dem beigen Unterteil und einem weißen Oberteil.
Alle Schulkleidung wird zuhause täglich gewaschen.

In den Aufbaujahren erhielt die Schule auch Unterstützung bei den laufenden Kosten und konnte arme Kinder umsonst unterrichten. Heute muss sie sich aus eigenen Mitteln tragen. Deshalb wird ein Schulgeld für Schulgebühren, Schuluniform, Bücher und Materialien erhoben.
In der Grundschule werden pro Jahr ca 200,-- EURO benötigt. In der Sekundarstufe betragen die Kosten 270,00 bis 360,00 EURO.

Dieses Schulgeld können aber nur reichere Eltern vollständig zahlen, andere zahlen einen Teilbetrag. Einige Kinder werden von Noel noch immer kostenlos unterrichtet. Für andere wurden in Bielefeld, Steinhagen und Woerden Paten gefunden, die einen Anteil oder das vollständige Schulgeld in monatlichen oder einmaligen Beträgen übernehmen. Jede Lösung ist möglich und hilft einem Kind, den Weg aus der Armut zu finden. Das Patengeld wird jeweils zu Beginn des Schuljahres im August/September überwiesen und von Noel Dassou verwaltet.

Die Paten können sich über die Schulfortschritte der engagierten Kinder freuen. Ihren Dank für die Starthilfe in eine bessere Zukunft dokumentieren diese mit Bildern, Zeugnissen und - wenn gewünscht - auch in persönlichen Briefen. 


Übergabe der Briefe an vier Paten des Steinhagener Gymnasiums - Gloriadisse, Eustache und Samson (ohne Garcelle)

Woerdener Patenkinder haben am 1. März Geburtstag und freuen sich über ein kleines Geschenk.

Westfalenblatt 19.1.2013

Fleißige Spendensammler am Steingy
 


Haller Kreisblatt 22.1.2013

Fidèle Mitchodjohoun *
2. Klasse Grundstufe

Epiphanie Makouhoui *
2. Klasse Grundstufe

Yvette Makouhoui *
3. Klasse Grundstufe

Jérémie Dantchigbe
4. Klasse Grundstufe

Gloriadisse Mitchodjehoun
1. Klasse Sek. I

Garcelle Assah
2. Klasse Sek. I

Eustache Ploka
2. Klasse Sek. I

Samson Kpedokpo
3. Klasse Sek. I

Jordane Gbediga
3. Klasse Sek. I

Jordania Gbediga
3. Klasse Sek. I

Silvère Assah *
4. Klasse Sek. I
Stand Dez.2012

* Für diese Kinder gibt es zur Zeit keine Unterstützung durch Paten. Sie müssen die Schule verlassen, wenn sich keine helfenden Menschen bereit finden.

Sie möchten helfen? Dann schicken wir Ihnen gern weitere Informationen.

Tokan gehört zu Abomey-Calavi, einem Vorort von Cotonou. Diese Hafenstadt am Golf von Benin wächst rasant. Wurde die Schule seinerzeit mitten "auf der grünen Wiese" errichtet, so steht sie heute in einem wachsenden bebauten Gebiet, für das in Kürze ein Bebauungsplan (Urbanisierung) aufgestellt wird. Eine Hochspannungsleitung führt auf der anderen Straßenseite zum nächsten Ort.

Diese Hochspannungsleitung macht Noel Dassou große Sorgen, denn der Abstand zum Schulgebäude ist zu gering, um toleriert werden zu können. Eine Straßenumleitung kommt zu teuer und wurde abgelehnt. Deshalb müssen zwei Klassenräume, das Labor, das Büro und die Werkstätten abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet werden. Bei unserem Besuch waren die Klassenräume bereits im Rohbau fertig. Glücklicherweise besitzt die Schule noch ausreichend Land, um diese Bauten versetzen zu können. Fenster, Türen und zum Teil auch die Wellblechdächer können wieder verwendet werden und so die Kosten senken.


Der Neubau von der Schulhofseite. Erstaunlich und abenteuerlich für uns: die Anzahl und Anordnung der Teakholzstützen.

Die Außenseite geht bis zur Grundstücksgrenze und zur Erschließungsstraße hinter dem Schulgelände

Herstellung der Ziegel aus Zement, Wasser und Sand

Pressformen werden gefüllt und die Ziegel luftgetrocknet.

So sieht der Neubau für am 8. Februar 2013 aus.

Von der rückwärtigen Grundstücksgrenze aus gesehen.
Noel hofft, dass der Betrieb hier zum Schuljahr 2013/14 aufgenommen werden kann. Aber es fehlt noch das Geld für die Schulmöbel.
   
Nach dem erfolgreichen Schulbesuch ist die weitere Ausbildung in einem Beruf wichtig, der zur Selbständigkeit führen kann. In Benin besteht diese hauptsächlich aus kleinen einräumigen Ladenbetrieben, die an den Straßen nah an der örtlichen Kundschaft liegen und meist als Familienbetriebe organisiert sind. Es gibt nur wenige größere Betriebe.

Die Werkstätten, die der Schule angegliedert wurden, entsprechen diesen Läden. Hier lernen Auszubildende unter realen Bedingungen die Bedürfnisse der Kundschaft schnell und sorgfältig auszuführen und einen Kleinbetrieb wirtschaftlich zu führen.

Das Gemeinde-Bürgerkomitee hat dieses Vorhaben finanziell unterstützt und die Einrichtung einer Weberei und den Bau des Fotolabors finanziert, weil es die Berufsausbildung für vordringlich bei der Entwicklung der Selbstständigkeit und der Zukunftssicherung hält.
Außerdem sind ein kleiner Marktladen, eine Näherei und ein Frisörsalon angeschlossen. Eine geplante Mechanikerwerkstatt ließ sich bislang nicht verwirklichen.
Leider gab es die Weberei, die hauptsächlich Trikotagen herstellte, bei unserem Besuch nicht mehr. Diese Artikel bietet der chinesische Markt zu einem Spottpreis an. Ein ganzer Handwerkszweig ist daher zusammengebrochen.
Die Importe an Billigware aus Fernost und z.B. auch an Altkleidern aus Europa bedrohen weitere Handwerkszweige.

Das Bürgerkomitee Steinhagen wird die Versetzung und den Erhalt der Werkstätten finanziell unterstützen, damit Schüler und Schülerinnen aus der Schule auch weiterhin ein Handwerk erlernen und einen Betrieb führen können.
Die Schneiderei fertigt hauptsächlich die traditionellen Kleider, die von den Beninerinnen zu allen Anlässen getragen werden und die an besonderen Festtagen die Familienzusammengehörigkeit betonen. Auch das Frisörhandwerk wird weiterhin Zukunft haben, denn die kunstvollen Frisuren benötigen mehrere Stunden handwerklichen Geschicks. Die kleinen Marktläden sind für den örtlichen Einkauf ebenso notwendig wie für den Ausschank von Getränken - Supermärkte gibt es nur in den großen Ortschaften. Ob die Fotoläden mit der weiteren Verbreitung von Handys langfristig Bestand haben werden? Doch noch sind die bezahlbaren Handys nicht sehr leistungsfähig. Porträtfotos sind für amtliche Zwecke notwendig und privat sehr beliebt.


Werkräume Schulhofseite

Kleider aus der Näherei - Straßenseite

Auszubildende im Frisörsalon 2007

und in der Schneiderei sind es 2009 bereits 13 Auszubildende

Diese beiden Näherinnen sind schon sehr perfekt und können Kundinnen selbst bedienen.

Genäht wird auf fußbetriebenen Nähmaschinen aus Deutschland. Strom ist teuer und fällt oft aus.

Vorne wird die Anfertigung von Knopflöchern gelernt. Rechts hängen die Schnittmuster, nach denen gefertigt wird.
Wie kunstfertig die Schneiderinnen sind, konnten wir selbst erleben. Als Abschiedsgeschenk erhielten Harald und ich je ein traditionelles Gewand.

Es passte genau - dabei war nur nach Augenmaß ohne jegliches Abmessen gearbeitet worden.


Der Frisörsalon erinnert in der Ausstattung an unsere 50er Jahre. Auch hier hängen Mustertafeln, nach denen die Frisur gefertigt wird.

Diese Azubis müssen das Flechten der Zöpfe und Schnecken noch üben - nicht ganz einfach bei starkem Wind.

und dann noch unter Beobachtung
 
 

Das Fotostudio - Noels ganzer Stolz.

Die Wände sind mit unterschiedlichen Hintergründen bemalt.



mit den Azubis 2012

Werbetafel 2009 mit Selbstporträts
typisch: das starre Gesicht
 

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